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Chemotherapie und Stammzelltransplantation

Eine Chemotherapie mit einer darauffolgenden Stammzelltransplantation sind nach wie vor die Basis der AML-Therapie. Chemotherapeutika enthalten Zellgifte, die alle schnell wachsenden Zellen an der Zellteilung hindern sollen und diese damit töten. Allerdings geht eine Chemotherapie auch mit Nebenwirkungen einher. Das Immunsystem des Patienten wird in Mitleidenschaft gezogen, Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall treten gehäuft auf und Zellen in anderen gesunden Organen können ebenfalls geschädigt werden. Insbesondere bei älteren Patienten muss anhand des Allgemeinzustands sehr genau abgewogen werden, ob eine intensive Chemotherapie als Therapieoption in Frage kommt.

Eine Chemotherapie wird in Zyklen durchgeführt und beinhaltet meist eine Induktions- und eine Konsolidierungsphase.

Induktion

Die erste Behandlungsphase, die Induktion, zielt darauf ab, innerhalb kurzer Zeit die Mehrzahl der kranken Zellen zu vernichten. Ziel ist es, eine sogenannte Remission (prozentualer Anteil der Leukämiezellen im Knochenmark unter 5% und wieder normale Blutbildung) zu erreichen. In der Induktionsphase gibt man eine hoch dosierte Chemotherapie. Sie ist eine Kombination aus mehreren Medikamenten. Bereits mit zwei Therapiezyklen dieser Induktionschemotherapie kann nach vier bis sechs Wochen bei ca. 80% der Patienten eine „komplette Remission“ erreicht werden. Der dann noch immer im Körper vorhandene „Rest“ an Leukämiezellen wird in weiteren Therapiephasen bekämpft.

Konsolidierung

Die nach einer Remission noch immer im Körper vorhandenen Leukämiezellen werden im nächsten Schritt durch eine Konsolidierungstherapie bekämpft. So soll zum einen der bisherige Therapieerfolg gesichert und zum anderen ein schneller Rückfall verhindert werden. Diese erneute intensive Chemotherapie erfolgt im Allgemeinen über vier bis sechs Monate. Eine Alternative zur Chemotherapie ist in diesem Stadium der Erkrankung eine Stammzelltransplantation. Die Wahl der Konsolidierung richtet sich nach dem Rückfallrisiko der AML und dem Allgemeinzustand des Patienten. Nutzen und Risiken müssen zuvor sorgfältig abgewogen werden.

Einflüsse einer Chemotherapie auf verschiedene Organsysteme

Bei einer Chemotherapie werden die erkrankten unreifen Zellen (Blasten) direkt abgetötet. Allerdings können diese Substanzen auch andere gesunde Organe angreifen und dort zu Schäden führen. Diese können früh oder spät auftreten, können zurückgehen oder bleiben.

Stationärer Aufenthalt aufgrund einer Chemotherapie

Chemotherapien sind aufwändig und erfordern eine sorgfältige Überwachung der Patienten. Daher werden diese in den überwiegenden Fällen im Rahmen eines stationären Aufenthalts durchgeführt.

Chemotherapien sind aufwändig und erfordern eine sorgfältige Überwachung der Patienten. Daher werden diese in den überwiegenden Fällen im Rahmen eines stationären Aufenthalts durchgeführt.

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AML

Der Begriff AML steht für „Akute myeloische Leukämie“ und ist eine bösartige Erkrankung des blutbildenden Systems, umgangssprachlich auch Blutkrebs genannt. ...Beitrag lesen


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Ursachen

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Wer bekommt eigentlich AML? Diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden, es sind jedoch einige Auslöser der Erkrankung bekannt. ...Beitrag lesen


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Es gibt viele verschiedene Symptome für eine AML, die aber eher unspezifisch sind. Hinweise für eine AML können aufgrund einer geschwächten Immunabwehr häufige Infekte, Müdigkeit und bisher nicht gekanntes  Nasenbluten oder blaue Flecken sein ...Beitrag lesen


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Diagnose

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Einteilung

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Akute myeloische Leukämien werden in der Regel nach der WHO-Klassifikation in verschiedene Formen eingeteilt. Die Einteilung ist wichtig für die Therapieentscheidung. ...Beitrag lesen


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Prognose

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Die Prognose für Betroffene mit AML ist sehr unterschiedlich und stark abhängig von Stadium der Erkrankung bei Diagnose, Alter und Allgemeinzustand der Patienten, genetische Form der Leukämie und damit der Aggressivität der Erkrankung. ...Beitrag lesen


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Behandlung

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