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Wie wird eine AML festgestellt?

Da die Symptome einer AML oft nicht spezifisch sind, erfordert die Diagnose neben einer ausführlichen Anamnese und körperlichen Untersuchung eine umfassende Untersuchung von Blut und Knochenmark.

Erste allgemeine Untersuchungen

Bei Verdacht auf eine Leukämie werden unter anderem folgende Untersuchungen durchgeführt:

Krankengeschichte und körperliche Untersuchung können erste Hinweise in Richtung einer Leukämie geben. Patienten zeigen z. B. bisher nicht vorhandene unspezifische Symptome, Leber und Milz können vergrößert ertastet werden. Im nächsten Schritt gibt die Analyse des großen Blutbildes Aufschluss über die Verteilung der Zellen im Blut. Bei ca. 60% der AML-Patienten sind die weißen Blutzellen (Leukozyten) im Blut erhöht. Bei anderen AML-Patienten können die Leukozyten auch normal oder sogar erniedrigt sein. Rote Blutzellen (Erythrozyten) und Blutplättchen (Thrombozyten) sind in Folge einer Verdrängung der normalen Blutbildung im Knochenmark durch die Leukämiezellen erniedrigt.

Normale Zellen im peripheren Blut
Krankhaft veränderte Zellen im peripheren Blut

Diagnose Leukämie

Patienten mit einer Leukämie zeigen oft eine veränderte relative Häufigkeit der Blutzellen. Diese lässt sich nicht nur unter dem Mikroskop feststellen, sondern in einigen Fällen auch schon im Blutabnahme-Röhrchen. Wenn dieses nach der Abnahme eine Weile ruhig steht, sieht die Flüssigkeitssäule bei manchen Patienten mit AML anders aus. So zeigt sich zusätzlich zu einer reduzierten Zahl an roten Zellen ein weißer Saum als Zeichen einer Vermehrung weißer Blutzellen.

Untersuchung des Knochenmarks

Besteht der Verdacht einer Knochenmarkserkrankung, wird eine Knochenmarkpunktion vorgenommen. Dazu saugt der Arzt aus dem Beckenkamm mit einer Spritze Zellen aus dem Knochenmark, ein sogenanntes Aspirat, ab. Dies wird zur Untersuchung einzelner Zellen verwendet (Zytologie). Es kann zusätzlich erforderlich sein, eine Stanzbiopsie durchzuführen. Hierbei sticht der Arzt mit einer Punktionsnadel einen kleinen Gewebezylinder aus dem Knochenmark heraus. Damit sind Untersuchungen zum Aufbau (Histologie) des Gewebes möglich. Die eingehende Untersuchung des Knochenmarkmaterials und die Einordnung der Befunde sind wichtig sowohl für das Absichern der Diagnose, die Behandlung, das Ansprechen auf die Behandlung und die Prognose.

Knochenmarkpunktion: Zeigt das Differentialblutbild Auffälligkeiten, wird eine Knochenmarkpunktion vorgenommen. Dazu saugt der Arzt aus dem Beckenkamm mit einer Spritze flüssiges Knochenmark, ein sogenanntes Aspirat, ab.
Aus dem gewonnenen Knochenmark werden einzelne Zellen (Zytologie)  untersucht.


Spezielle Untersuchungen des Knochenmarks

Die moderne AML-Diagnostik beinhalt heutzutage eine ganze Reihe an speziellen  Untersuchungen. Dazu gehören zytogenetische, molekularbiologische oder immunologische Untersuchungen, um festzustellen welche genetische Veränderungen in den Zellen vorliegen – und um die Diagnose weiter abzusichern. 

Alle diese Verfahren spielen in der Diagnostik, aber auch bei der genauen Untersuchung des Therapieansprechens und der Prognoseeinschätzung eine wichtige Rolle.

Weitergehende Untersuchungen

Zusätzlich werden anhand von Blutuntersuchungen Leber- und Nierenwerte ermittelt, der Gerinnungsstatus überprüft, die Entzündungswerte bestimmt und Infektionen wie HIV, CMV und Hepatitis ausgeschlossen. Um festzustellen ob andere Organe des Körpers betroffen sind, können beispielsweise zusätzlich Röntgenbilder des Brustkorbs, ein EKG des Herzens, eine Computertomographie sowie Ultraschalluntersuchungen vom Bauchraum und Herzen vorgenommen werden. In Ausnahmefällen wird aus der Rückenmarkflüssigkeit eine Probe entnommen (Lumbalpunktion), um festzustellen, ob ein Leukämiebefall des Gehirns vorliegt.

Um Erkrankungen im Bereich des Bauchraums, des Herzens, der Lunge und des ZNS auszuschließen oder zu erkennen, werden weitergehende Untersuchungen vorgenommen.

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Definition

AML

Der Begriff AML steht für „Akute myeloische Leukämie“ und ist eine bösartige Erkrankung des blutbildenden Systems, umgangssprachlich auch Blutkrebs genannt. ...Beitrag lesen


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Ursachen

AML

Wer bekommt eigentlich AML? Diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden, es sind jedoch einige Auslöser der Erkrankung bekannt. ...Beitrag lesen


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Symptome

AML

Es gibt viele verschiedene Symptome für eine AML, die aber eher unspezifisch sind. Hinweise für eine AML können aufgrund einer geschwächten Immunabwehr häufige Infekte, Müdigkeit und bisher nicht gekanntes  Nasenbluten oder blaue Flecken sein ...Beitrag lesen


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Diagnose

AML

Eine genaue Diagnose von akuten myeloischen Leukämien erfordert differenzierte Untersuchungen. Diese können auch Aufschluss über eine mögliche, geeignete Therapieform geben. ...Beitrag lesen


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Einteilung

AML

Akute myeloische Leukämien werden in der Regel nach der WHO-Klassifikation in verschiedene Formen eingeteilt. Die Einteilung ist wichtig für die Therapieentscheidung. ...Beitrag lesen


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Prognose

AML

Die Prognose für Betroffene mit AML ist sehr unterschiedlich und stark abhängig von Stadium der Erkrankung bei Diagnose, Alter und Allgemeinzustand der Patienten, genetische Form der Leukämie und damit der Aggressivität der Erkrankung. ...Beitrag lesen


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Behandlung

AML

Eine akute myeloische Leukämie muss schnellstmöglich therapiert werden. In vielen Fällen ist eine Chemotherapie mit einer Stammzelltransplantation das Mittel der Wahl mit dem Ziel die Erkrankung zu heilen.  ...Beitrag lesen