Vidaza Azacitidin zur Injektion Logo

Epigenetische Therapie

Der Forschungszweig der Epigenetik ist eine der jüngsten Entwicklungen in der Molekularbiologie: Im Mittelpunkt der Forschung stehen Vorgänge, die zu einem An- oder Ausschalten von Genen führen können. Bislang glaubte man, Gene müssten sich unwiderruflich verändern, also mutieren, um Krankheiten wie Krebs auszulösen. Die Erkenntnisse der Epigenetik zeigen jedoch, dass es manchmal auch reicht, wenn die Regulierung von Genen, sozusagen die Verwaltung des Erbgutes, in Zellen bestimmter Gewebe des Körpers außer Kontrolle gerät. Auch dadurch kann eine Zelle bösartig werden.

Bei myelodysplastischen Syndromen werden vom Körper sowohl Gene zur Tumorunterdrückung ausgeschaltet als auch gesunde Blutzellen in abnormale Blutzellen umgewandelt. Bislang konnte man Patienten mit myelodysplastischen Syndromen über eine intensive Chemotherapie, Bluttransfusionen und in seltenen Fällen auch mit einer Knochenmark-Transplantation helfen. Nur die Transplantation bietet dabei die Chance auf Heilung – wegen der erheblichen Nebenwirkungen kommt diese jedoch nur für wenige Patienten in Frage. Mit einer epigenetischen Therapie ist die Krankheit zwar noch nicht heilbar, jedoch können myelodysplastische Syndrome der höheren Risikogruppe damit für einige Zeit sehr gut kontrolliert werden. Für den Patienten bedeutet das einen Zugewinn an Lebenszeit und mehr Lebensqualität.

Einfluss der epigenetischen Therapie auf die DNA (Molekül, dass die Erbinformationen trägt)

Bei Patienten mit MDS sind auf der DNA (Molekül, dass die Erbinformationen trägt) wichtige Gene, die für die Zellzykluskontrolle verantwortlich sind, inaktiviert. Man spricht von Hypermethylierung. Eine Folge sind sogenannte dysplastische Blutzellen. Im Rahmen einer epigenetischen Therapie kann der DNA-Strang wieder demethyliert werden, sodass wieder normale Blutzellen entstehen können.

Vorteile einer epigenetischen Behandlung

Eine epigenetische Therapie kann ambulant durchgeführt werden. Eine stationäre Behandlung ist nicht erforderlich. Die Patienten erhalten in regelmäßigen Abständen eine Spritze unter die Haut (subkutan) und müssen dazu nicht im Bett liegen. Sie können in ihrem häuslichen Umfeld bleiben und weiterhin am täglichen Leben teilhaben.

Epigenetische Behandlung - Spritzen unter die Haut

Bei einer epigenetischen Therapie erhalten die Patienten in regelmäßigen Abständen eine Spritze unter die Haut (subkutan). Diese Therapie kann ambulant durchgeführt werden, sodass die Patienten weiterhin ein weitgehend normales Leben im häuslichen Umfeld führen können.


Lesen Sie weiter im nächsten Kapitel: Definition >

MDS-Register

Das MDS-Register ist Basis für zahlreiche Projekte, die das Ziel verfolgen, unser Wissen über MDS zu erweitern. Mehr dazu erfahren Sie auf der Internetseite des MDS-Registers.

Jetzt online kalkulieren!

Jetzt online kalkulieren!

Über die Behandlung hinaus

Menschen mit MDS können oft auch soziale Hilfestellung in Anspruch nehmen... Mehr lesen

Broschüre: „Begriffe aus der Hämatologie“

Sie sprechen kein Fachchinesisch? In dieser Broschüre sind die wichtigsten medizinischen Fachbegriffe aus der Hämatologie verständlich erklärt.

Bestellen

Seite drucken

Weitere Informationen

MDS - Weitere Informationen

MDS-Informationen

Definition

MDS

Der Begriff MDS steht für „myelodysplastische Syndrome“ und umfasst eine Reihe von Erkrankungen, bei denen die normale Blutbildung im Knochenmark gestört ist. ...Beitrag lesen


MDS-Informationen

Ursachen

MDS

Wer bekommt eigentlich MDS? Diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden, denn MDS entstehen oft spontan ohne erkennbaren Grund. Einige Auslöser, die MDS begünstigen können, sind aber bekannt. ...Beitrag lesen


MDS-Informationen

Symptome

MDS

Da es viele verschiedene Typen von MDS gibt, können auch die Symptome ganz unterschiedlich ausfallen. Typisch für viele MDS sind aber Müdigkeit und Kurzatmigkeit, denn oft leiden die Betroffenen unter Anämie. ...Beitrag lesen


MDS-Informationen

Diagnose

MDS

Eine genaue Diagnose von myelodysplastischen Syndromen erfordert differenzierte Untersuchungen. Diese können auch Aufschluss über eine mögliche, geeignete Therapieform geben. ...Beitrag lesen


MDS-Informationen

Einteilung

MDS

Myelodysplastische Syndrome werden, je nach Ausprägung, in unterschiedliche Subtypen eingeteilt. Diese Einteilung erfolgt in der Regel nach der WHO-Klassifikation. ...Beitrag lesen


MDS-Informationen

Risikogruppen

MDS

Um den Verlauf von MDS besser einschätzen zu können, wurden so genannte prognostische Bewertungssysteme (Scores) entwickelt. Diese erlauben eine Einteilung von Patienten in verschiedene Risikogruppen und sind ein wichtiges Entscheidungskriterium für die Art der Behandlung. ...Beitrag lesen


MDS-Informationen

Prognose

MDS

Die Art und Ausprägung der MDS sind von Mensch zu Mensch verschieden. Durch den medizinischen Fortschritt und neue Behandlungsmöglichkeiten haben sich die Aussichten für Betroffene in den letzten Jahren aber deutlich verbessert. ...Beitrag lesen


MDS-Informationen

Behandlung

MDS

Heilbar ist MDS durch Medikamente leider noch nicht – neue Therapiemöglichkeiten bieten Patienten aber zunehmend bessere Chancen auf ein längeres Leben und eine verbesserte Lebensqualität. ...Beitrag lesen