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Wie wird MDS diagnostiziert?

Die Symptome der MDS sind in der Regel nicht spezifisch und können deshalb auf viele verschiedene Befindlichkeitsstörungen oder schwerwiegende Krankheiten hindeuten. Eine genaue Diagnose kann nur durch eine differenzierte Untersuchung des Blutes sowie des Knochenmarks gestellt werden.

Das Blutbild – der erste Schritt zur Diagnose

Zuerst wird ein Blutbild erstellt, bei dem untersucht wird, ob im Blut alle verschiedenen Typen von Blutzellen im richtigen Verhältnis zueinander und in der richtigen Gesamtzahl vorhanden sind. Dabei wird auch geprüft, ob die Anzahl der noch undifferenzierten Zellen (sog. Blasten) im Normbereich liegt. Um die unterschiedlichen Untergruppen von weißen Blutzellen zu bestimmen, lässt der behandelnde Arzt ein so genanntes Differenzialblutbild („großes“ Blutbild) erstellen.

Normale Zellen im peripheren Blut
Krankhaft veränderte Zellen im peripheren Blut

Das sog. große Blutbild oder auch Differenzialblutbild gibt Auskunft über die Art und die Anzahl der Blutzellen im peripheren Blut. Dazu wird ein Blutausstrich unter einem Mikroskop mit einem 100-fach vergrößernden Objektiv betrachtet und die Zellen bewertet.

Diagnose der Leukämie

Patienten mit einer Leukämie zeigen eine Verschiebung der Blutzellen. Der Anteil an weißen Blutkörperchen nimmt zu, der Anteil an roten Blutkörperchen und Blutplättchen nimmt ab.

Erst die Untersuchung des Knochenmarks bringt Klarheit

Falls die Blutwerte nicht im Normbereich liegen, muss über das Knochenmark festgestellt werden, ob die Abweichungen durch eine Fehlproduktion des blutbildenden Systems bedingt sind. Dafür muss eine Knochenmarkprobe entnommen und untersucht werden. Das Knochenmark wird durch Punktion des Beckenkamms (Knochenmarkbiopsie) gewonnen wird. Im ersten Schritt wird das gewonnene Material histologisch untersucht. Dadurch erhält man nähere Auskünfte über die Zusammensetzung der Zellen des Knochenmarks. Wird eine Veränderung im Knochenmark festgestellt, lässt sich im nächsten Schritt der Subtyp der MDS bestimmen.

Knochenmarkspunktion aus dem Beckenkamm

Knochenmarkpunktion: Zeigt das Differenzialblutbild Auffälligkeiten, wird eine Knochenmarkpunktion vorgenommen. Dazu saugt der Arzt aus dem Beckenkamm mit einer Spritze flüssiges Knochenmark ab.

Histologische Untersuchung des Knochenmarkpunktates

Zusätzlich wird eine Stanzbiopsie durchgeführt. Hierbei sticht der Arzt mit einer Punktionsnadel einen kleinen Gewebezylinder aus dem Knochenmark heraus.

Zytogenetische Tests für die Therapieentscheidung

Besonders wichtig für die spätere Therapieentscheidung des Arztes sind die zytogenetischen Tests. Mit Hilfe dieser Tests wird untersucht, ob und wie das Erbgut der Knochenmarkzellen verändert ist. Abweichungen bestimmter Zellen weisen dann auf MDS hin. Sobald alle diagnostischen Ergebnisse vorliegen, sucht der behandelnde Arzt nach der optimalen Therapie, die immer auf die individuelle Patientensituation zugeschnitten ist.

Zytologische Untersuchung des Knochenmarkpunktates

Das gewonnene Knochenmark wird sowohl histologisch als auch zytologisch genau untersucht.


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